ARKADY SHILKLOPER (RUS) UND VADIM NESELOVSKYI (UKRAINE): SPRING SONGS (Alp- und Flügelhorn, Piano)

Samstag, 14. Mai 2016, 20.00 Uhr

Eintritt: Fr. 36.– (Ermässigung für Schüler und Studenten)

 

Ein Russe und ein Ukrainer spielen gemeinsam ein Album über die grenzenlose Freiheit ein. Der russische Alp-, Wald- und Flügelhornist Arkady Shilkloper wandert souverän und virtuos zwischen Jazz, Klassik und Folkmusik. In dem jungen ukrainischen Pianisten Vadim Neselovskyi hat er einen neuen gleichgesinnten Partner gefunden. Arkady Shilkloper und Vadim Neselovskyi spielen schon seit mehreren Jahren zusammen und kennen sich noch viel länger.

Auf dem Waldhorn pflegt Shilkloper ganz den weichen und gepflegten Sound, der dem Instrument auch sonst eigen ist. Er bringt nur selten ein wenig Trompetenschärfe hinein und erinnert in seiner Spielweise immer wieder an ein Instrument, das dem Jazz-Hörer sehr viel vertrauter ist – die Posaune. Vadim Neselovskyi zeigt am Flügel den Einfluss Thelonious Monks, aber auch einen Hauch Cool Jazz hier und einen Schuss Blues dort. Die Stücke beginnen oft so simpel, dass sie naiv anmuten, aber schon nach wenigen Takten verflüchtigt sich dieser Eindruck stets in einer Vielzahl beinah hinterlistig eingeschmuggelter Finessen.

Auf leisen Sohlen wird ausgebrochen, in fein gesponnenen Linien quer geboppt, um dann eine Chopin-Mazurka zu entstauben, einen moldawischen 7/8 – Tanz mit Take Five zu verschmelzen oder in einem rollenden Boogie humoriges Entenschnattern zu imitieren. Auch ein großes Alphorn und ein kleines Jagdhorn kommen zum Einsatz.

Neselovskyi spielt einmal Melodica und Klavier simultan, und Shilkloper bläst sein Horn sanft in den offenen Flügel, bringt dessen gerade stille Saiten zum Schwingen und erzeugt damit ein ganz eigentümliches Echo von zauberhafter Schönheit. Die stärkste Faszination aber liegt darin, mit welch relativ leisen und gezügelten Tönen das Duo ein solch hohes Mass an Spannung und Erregung zu erzeugen vermag.

Die Stücke zum gemeinsamen Album „KRAI“ waren bereits geschrieben als es zur Krise in der Ukraine kam und das Album damit einen ungewollten, aber nichtsdestoweniger aktuellen Bezug bekam. Denn die beiden Musiker thematisieren die grenzenlose Freiheit, sowohl geografisch als selbstverständlich auch musikalisch und malen dabei die schönsten Bilder ihrer Heimat. Arkady Shikloper sagt: „Es ist interessant, dass ein Russe mit einem Ukrainer ein friedliches Duo machen kann. Da gibt es keine Kontroversen. Die Musiker können besser miteinander als die Politiker.“