GWILYM SIMCOCK (GB) / YURI GOLOUBEV (RUS): REVERIE AT SCHLOSS ELMAU (Piano, Bass)

Samstag, 5. September 2015, 20.00 Uhr

Eintritt: Fr. 36.– (Ermässigung für Schüler und Studenten)

 
Chick Corea nennt Gwilym Simcock ein "Original, ein kreatives Genie" und Jamie Cullum, unbestrittener Star des britischen Jazz, erklärt ihn zu "unserem besten jungen Pianisten. Gwilym Simcock zählt unbestritten zur Speerspitze des europäischen Jazz. Die BBC kürte ihn zum ersten "BBC Radio New Generation Jazz Artist" und verlieh ihm einen Jazz Award. Bei den britischen Parliamentary Jazz Awards wurde er als "Jazzmusiker des Jahres" ausgezeichnet. Simock hat sich redlich verdient, in einem Zug mit den Stars wie Vijay Iyer und Michael Wollny genannt zu werden. Simcock ist ein Eklektiker, der handwerklich über die Möglichkeit verfügt, aus seinem Instrument herauszuholen, was möglich ist. Unter den virtuosen Pianisten ist er aber einer der wenigen, die einen eigenen Stil gefunden haben. Das Markanteste an seinem Spiel ist sein besonderer Ton. Und so ist er ein Neo-Romantiker, der aus allen Einflüssen von der Klassik bis zu Jazz wogende und wirbelnde Elegien kreiert, die vor Einfällen und Eskapaden nur so strotzen.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Gwilym Simcock an den Ort zurückkehren würde, an dem er seinen bisher größten Erfolg als Pianist gefeiert hat: Mit„Good Days at Schloss Elmau“ gelang ihm eine der besten Piano Solo-Einspielungen der vergangenen Jahre. Das Album wurde 2011 für den Mercury Prize, dem wichtigsten genreübergreifenden Award im britischen Commonwealth, nominiert, womit der plötzlich auf einer Stufe Stand wie Popstar Adele. Beste Voraussetzungen also, um in der Abgeschiedenheit der bayerischen Voralpen im idyllischen Elmau erneut auf einen großen Wurf zu hoffen. Diesmal aber nicht allein, sondern mit dem Bassisten Yuri Goloubev: Am 13. März 2013 wurden die Aufnahmemikros eingeschaltet und es sollte erneut ein guter Tag für die Musik werden. „Reverie at Schloss Elmau“ ist der Beweis dafür - neun Träumereien zwischen Jazz und Klassik changierend, im intimen Dialog, gespielt von zwei Weltklassemusikern.

Dass Jazzmusiker, wie auch Simcock, auf einer klassischen Grundausbildung, aufbauen, ist inzwischen fast selbstverständlich. Doch wenn einer nach einer Weltkarriere in der Klassik noch zum Jazz „übertritt“, ist das bislang die absolute Ausnahme. Eine Ausnahme namens Yuri Goloubev. 1972 in Moskau geboren, saß der Frühvollendete bereits mit 19 Jahren im Orchester des Bolschoi Theaters und war der jüngste klassische Bassist der Sowjetunion wie bislang auch Russlands. 2002 erhielt er den Titel des „Staatskünstlers“ aus den Händen Wladimir Putins. Der Absolvent des legendären Moskauer Konservatoriums arbeitete mit Klassik-Stars wie Mstislaw Rostropovich, Gidon Kremer oder Thomas Quasthoff und spielte an allen großen Häusern der Welt, von der Carnegie und der Royal Albert Hall über den Wiener Musikverein bis zur Oper von Sidney. Und doch entschloss sich Goloubev 2004, dem Ruf nachzugeben, den er schon lange gehört hatte, dem Ruf nach größerer musikalischer Freiheit und persönlicher Ausdrucksfähigkeit. Er zog nach Mailand und wurde Jazz-Musiker, seine „wahre Berufung“, wie er sagt. Schnell sprach sich erst in der italienischen, dann in der europäischen Szene herum, was für einen aussergewöhnlichen Neuzugang es gab: Roberto Giuliani, Paolo Fresu, Adam Nussbaum, Michel Portal und viele andere sicherten sich Goloubevs Dienste. Über den Perkussionisten Asaf Sirkis lernte Goloubev schließlich Gwilym Simcock kennen. Und schnell wurde klar, dass hier zwei zueinander gefunden hatten, die schon von ihrer musikalischen DNS her in denselben Kategorien denken und fühlen. Beide vereint der Wille, ihre romantisch-klassische Ader in den "Reverie at Schloss Elmau".

 

Weitere Informationen folgen...